Menschenrechte

Bild links: Die Zeichnung gehört zu einem Blog-Artikel, der nicht nur den Arbeitsschutz zum Thema hat, sondern auch den der Umwelt.

Menschenrechte – was hat das mit uns zu tun?

Eine berechtigte Frage, schließlich sind unsere ArbeitnehmerInnen geschützt, durch Tarifverträge, den Gesetzgeber, die Berufsgenossenschaft, die Gewerbeaufsicht…

Doch unser Produkt Naturstein kommt auch aus Ländern, in denen nicht nur Arbeitsschutzbestimmungen keine Rolle spielen, sondern in denen Lohnsklaverei, ausbeuterische Kinder- oder Zwangsarbeit noch an der Tagesordnung sind.

Wie gehen wir damit um? Schließlich können wir uns nicht selbst vor Ort in Indien oder China ein Bild machen.

Derzeit noch sieht unser Weg so aus:
1. Wir handeln nicht mit Import-Fertigware wie z.B. Grabmale aus den entsprechenden Ländern, sondern arbeiten mit Firmen zusammen, die in Deutschland bzw. Europa produzieren.
2. Wir informieren unsere Kunden im Beratungsgespräch über die Herkunft des Materials.
3. Wir bieten verstärkt regionalen, deutschen und europäischen Naturstein an.
4. Wir wollen mittelfristig indisches Material nur noch dann verarbeiten, wenn es aus Recycling stammt.
5. Chinesisches Material verarbeiten wir schon aufgrund der schlechteren Qualität (im Vergleich zu z. B. europäischen Natursteinen) generell nicht. Der Import von chinesischem Granit ist schlichtweg unnötig –  inklusive der Umweltbelastung durch den Transportweg, dem mangelhaftem Schutz von Natur und Lebensraum der Menschen vor Ort, etc.
6. Naturstein chinesischer Herkunft ist häufig chemisch vorbehandelt. Mit welchem Produkten weiß in der Regel weder der Importeur noch der Zwischenhändler und wir schon gar nicht. Wir können daher nicht beurteilen, wie sich diese chemischen Produkte auswirken: bei der Bearbeitung durch unsere Mitarbeitenden oder nach dem Einbau bei Ihnen zuhause.

Ist indisches Material immer belastet?

Ehrlich: Wir wissen es nicht. Wir arbeiten mit wenigen, ausgewählten Lieferanten, die beteuern das Problem zu beachten und zum Teil (laut eigener Auskunft) in unregelmäßigen Abständen in die Steinbrüche fahren, zum Beispiel um Material auszusuchen.
In der Branche herrscht die Ansicht, dass Kinder unter 15 Jahren zumindest nicht bei der Gewinnung des Rohmaterials eingesetzt werden. Es gibt allerdings auch anders lautende Berichte. Noch dazu ist die Diskussion auf das Thema Kinderarbeit verkürzt. In unseren Augen ist es auch nicht in Ordnung, wenn Erwachsene ausgebeutet werden. Es ist im Grunde ganz einfach: Wenn Sie ausbeuterische (Kinder-)Arbeit ausschließen wollen, kaufen Sie kein indisches Material.

Was an sich kein Problem ist, denn z.B. in Europa gibt es zahlreiche unbedenkliche Natursteinvorkommen. Wir werden in Kürze eine Übersicht hier veröffentlichen.

Menschenrechte

Bild rechts: Auch in Indien sind Kinder besser in der Schule aufgehoben als in der Fabrik oder im Steinbruch (Quelle: Pixabay)

Naturstein mit Zertifikat – sicher bedenkenlos?

Um es kurz zu machen: Es spielt keine Rolle, wie aussagekräftig die Zertifikate sind. Denn die Betriebe aus der für uns relevanten Natursteinindustrie verfügen bisher nicht über Zertifikate.

2014 wollte die Saarländische Steinmetzinnung eine freiwillige Selbstverpflichtung abgeben, nur noch bei zertifizierten Lieferanten einzukaufen. Das ist letztlich daran gescheitert, dass diese eben nicht zertifiziert sind bzw. die Zertifikate nicht aussagekräftig sind. Weil sie zum Beispiel vom Natursteinhändler selbst aufgelegt sind.

Es existieren mit mit Xertifix bzw. XertifixPlus und Fairstone drei als vertrauenswürdig eingestufte Siegel. Leider sind dort keine Importeure für Grabmalmaterial als Partner gelistet.

Dem Siegel IGEP stehen nicht nur wir kritisch gegenüber, u.a. wegen fehlender Transparenz. Erfahren Sie mehr auf dem Vergleichsportal www.siegelklarheit.de.

Für chinesischen Naturstein existieren vertrauenswürdige Zertifikate. Warum wir ihn dennoch nicht verarbeiten, haben wir im ersten Abschnitt dargelegt.